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KAISER

Meine Ahnenforschung bekam einen großen Schub, als ich auf einen Schuhkarton mit vielen alten Familienfotos stieß, der vernichtet werden sollte. Diesen habe ich an mich genommen und begonnen, ihn auszuwerten.

Franz Max KAISER

Beim Auswerten der Fotos stieß ich - neben zwei Familienfotos - auf eine ganze Reihe von Fotos des Franz Max KAISER, dem Bruder meiner Urgroßmutter, und einer Bestattung mit militärischen Ehren auf einem deutschen Soldatenfriedhof. Die Reihe endete dann mit dem Foto eines Bruders des “Max” KAISER an dessen Grab. Das machte mich neugierig, mehr über diesen “Max” KAISER heraus zu finden.

Das erste Familienfoto war noch relativ “uninteressant” für mich, zeigte es doch - in der Masse der Fotos - “nur” eine mir unbekannte Familie, welche sich dann als die Familie KAISER aus meiner mütterlichen Linie heraus stellte.

Es zeigt meinen Ururgroßvater Franz KAISER im Kreise seiner Ehefrau Pauline MÜLLER und seinen Kindern. Da hier nur acht Kinder abgebildet sind, kann es auf die Zeit zwischen 1901 und 1904 datiert werden.

Das zweite Familienfoto war dann schon interessanter für mich, waren doch handschriftlich Namen auf die Rückseite geschrieben. Aus diesen Namen - dachte ich zumindest - könnte man ja etwas machen.

So zeigt das zweite Bild von oben

     Elli, Otto, Frieda, Willi, Paul, Walter (hinten stehend)
     Max, Franz, “ - “, Pauline und Gretel (vorne sitzend)

Das kleine, stehende Kind wurde auf der Rückseite des Bildes nicht benannt.

Ich begann also mit der Suche nach Daten in mir vorliegenden Familienstammbüchern, Postkarten und sonstigen Dokumenten.

Zu “Max” KAISER war aber rein gar nichts zu finden. Sicher war nur, dass er Vize-Feldwebel im 1. Weltkrieg war und gefallen ist. Aber: wann war er geboren, wann ist er gefallen - und wo hat dieses traurige Schicksal ihn ereilt? Aus den Fotos ergab sich für mich nur, dass er wohl ein sehr sympathischer Zeitgenosse war. Ein richtiger Filou eben.

Ich forschte also bei der Deutschen Dienststelle WASt und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - ohne Erfolg. In den Archiven gab es keine Auskünfte zu “Max” KAISER. Einen ersten Schritt nach vorne brachte mir dann die Hilfe eines lieben Forscherkollegen. Ihm lag gerade das Buch “Mit Tschako und Stahlhelm - Kriegsgeschichte des Ostpr. Reserve-Jäger-Bataillons Nr. 1” vor.

In diesem Buch wurde “Max” KAISER dann auch benannt:

(...) Die 1. Komp. hatte am schwersten geblutet, sie hatte ja auch die schwerste Aufgabe. Feldw. Kaiser, ein bewährter alter Zugführer, war gefallen. (...)” Damit wusste ich seinen Sterbeort und das Datum, der 25.07.1916.

Aber auch sein Begräbnis ist in diesem Buch dokumentiert:

(...) Der 26.7. brachte nochmals eine schmerzliche Erinnerung an die Ereignisse bei Schmarden. Auf dem Militärfriedhof in Tuckum wurden unsere Gefallenen zur letzten Ruhe gebettet. Das ergreifende Schauspiel des großen Soldatenbegräbnisses zog in aller Feierlichkeit wieder an uns vorüber. Drei schlagartige Salven aus den Jägerbüchsen, dann das Lied vom Kameraden und ... zurück in den Strudel des kriegerischen Lebens führte uns die Bataillonskapelle. (...)

Ich wusste nun also, wann, wo und wie “Max KAISER” gefallen ist. Aber wie alt ist er geworden? Wann wurde er geboren? Im Online-Archiv von Allenstein (heute Olsztyn, Polen) bin ich dann fündig geworden.

“Max” KAISER ist als Franz Max KAISER zwischen dem 01.09. und 28.11.1890 in Allenstein als Sohn des Franz KAISER geboren. Dieses geht aus dem Alphabetischen Namensregister des Geburts-Haupt-Register des Königlich Preußischen Standes-Amtes zu Allenstein hervor. Die Geburtsurkunde liegt leider nicht vor und man muss hier davon ausgehen, dass dieser Band des Geburts-Haupt-Registers in einem der Kriege verloren ging. Sein Geburtsdatum konnte aber durch vorhandene Einträge anderer Personen eingegrenzt werden.

Dieses Rätsel ist somit erstmal gelöst. Aus einem Max KAISER wurde Franz Max KAISER, sein Verbleib ist geklärt und natürlich habe ich alle Erkenntnisse an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. übermittelt. Mir bleibt da nur noch zu sagen: Möge er in Frieden ruhen!
 

Familie KAISER in Allenstein (undatierte Aufnahme)
Familie KAISER in Allenstein (undatierte Aufnahme)
Franz Max KAISER
Franz Max KAISER
Am Grab von Franz Max KAISER

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